#unfrei

45,8 Mio. Menschen leben #unfrei

45,8 Mio. Menschen leben #unfrei

Überall auf der Welt sind Menschen #unfrei. Betroffen von Sklaverei und Menschenhandel leben sie in ständiger Angst vor Gewalt, Unterdrückung und Freiheitsberaubung. Obwohl Sklaverei überall auf der Welt verboten ist, gibt es in 167 Ländern der Welt* unfreie Menschen – und es werden immer mehr.

*Quelle: Global Slavery Index 2016

Aber was bedeutet es #unfrei zu sein?

Menschen, die als moderne Sklaven zur Verrichtung von Zwangsarbeit, Zwangsprostitution oder Kinderarbeit gezwungen werden, sind #unfrei.

70 % der Opfer von Menschenhandel sind Frauen und Mädchen. Etwa ein Drittel von ihnen ist minderjährig. Sie alle sind #unfrei!

Rechtlosigkeit macht #unfrei

Sklaverei betrifft vor allem arme Menschen. In vielen Ländern der Welt sind arme Menschen vor Unrecht nicht geschützt. Die Rechtssysteme ihrer Länder sind so korrupt und dysfunktional, dass sie Unrecht wehrlos ausgesetzt sind. Arme Menschen sind davon abhängig, dass das Rechtssystem sie schützt. Sie haben keine Möglichkeit, sich in einem ungerechten System durchzusetzen. Täter nutzen die Ohnmacht der Ärmsten aus, denn trotz vorhandener Gesetze haben sie kaum oder keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten.

Für 5,5 Mio. Kinder auf der Welt ist arbeiten Alltag* – spielen und lernen gehören nicht dazu.

Sie sind #unfrei.

*Quelle: ILO

Not macht #unfrei

Not macht #unfrei

Plötzliche Notfälle wie die Krankheit eines Familienmitgliedes oder der Tod der Eltern treiben viele Menschen in die Hände von Menschenhändlern und skrupellosen Geschäftsleuten. Schnell verdientes Geld oder spontan angebotene Kleinstkredite als Hilfe entpuppen sich dabei oft als Einstieg in die Schuldknechtschaft und somit in die Sklaverei.

Alle 8 Minuten verschwindet ein Kind in Indien*. Fast die Hälfte von ihnen wird nicht mehr gefunden. Vermisst, verkauft und #unfrei.

*Quelle: National Crime Records Bureau

Es ist Zeit, etwas dagegen zu tun!

Es ist Zeit, etwas dagegen zu tun

Setze ein Zeichen

Nutze deine eigene Freiheit und mach so darauf aufmerksam, dass Sklaverei existiert.

#unfrei hat eine Geschichte

Kumar
Kumar
Gideon
Gideon
Elsa
Elsa

Kumar – #unfrei und aufgewachsen in einer Ziegelei

Kumars Geschichte

Kumar wächst als Waise auf. Sein Vater starb plötzlich und kurz darauf verließ ihn seine Mutter. Der fünfjährige Kumar zog zu seinem Onkel, der sein Bestes tat, um den Jungen gut zu versorgen. Doch zwei Jahre später verschlimmerte sich Kumars Schicksal.

Der Besitzer einer Ziegelei in Südindien, bei dem der Onkel einen kleinen Kredit aufgenommen hatte, spürte Kumar auf. Er zwang ihn auf das Firmengelände zu ziehen und dort die Schulden „abzuarbeiten“. Die Ziegelei war eine große Fabrik, in der jeden Tag Tausende von Ziegelsteinen produziert wurden. Kinder, Frauen und Männer arbeiteten hier #unfrei als Sklaven. Sie siebten Sand, formten Ziegelsteine, schleppten sie in die Sonne zum Trocknen und zurück in die Fabrik.

„Eines Tages schmerzten meine Hände so schlimm, dass ich keinen Stein mehr heben konnte“, sagt Kumar. Dann wurde er so krank, dass er nicht mehr aufstehen konnte. Sofort kam der Besitzer, um nach ihm zu suchen. „Sie haben mich gefragt, warum ich nicht arbeite. Ich sagte ihnen, dass mir nicht gut war. Sie brachten mich in ein Zimmer und schlugen und traten mich“, sagt Kumar.

Kumar mühte sich neben den Erwachsenen ab, verwirrt und verängstigt von dem, was er sah. Jeden Tag, sieben Tage die Woche, trug er schwere Ziegelsteine hin und her. Er hatte keine Hoffnung auf Entkommen.

Heute ist Kumar #frei

Wie es dazu kam

Gideon – #unfrei, der Mutter weggenommen und in der Fischerei versklavt

Gideons Geschichte

„Mein Name ist Gideon. Ich komme aus Ningo. Wie alt ich bin, weiß ich nicht“, sagt der Junge, der auf etwa 12 Jahre geschätzt wird. Die harte Arbeit in der Fischerei hat Spuren hinterlassen, nicht nur die Narben an Armen und Beinen. Er wirkt viele Jahre älter. An seine Kindheit erinnert er sich kaum. „Als ich klein war, war ich gesund und ich freute mich sehr darauf, bald in die Schule zu gehen“, sagt Gideon. Doch er ging nicht eine Stunde zum Unterricht.

Ein skrupelloser Kinderhändler nahm Gideon seiner Mutter weg und entführte ihn in die Fischerei. Als Kindersklave fischte er Tag und Nacht auf dem Voltasee.

Zehntausende Kinder arbeiten auf dem 8.500 Quadratkilometer großen See in der Fischindustrie, viele #unfrei. Experten in Ghana schätzen die Zahl der Jungen, die brutal zur Arbeit gezwungen werden, auf 35.000 bis 50.000 – einige kaum älter als 4 Jahre. Die Kinder müssen oft mit den Fischen kämpfen, die sie mit ihren scharfen Zähnen oder Stacheln verletzen. Verfängt sich ein Netz unter Wasser, müssen sie tauchen, um die Netze zu befreien. Viele von ihnen ertrinken bei dem Versuch, da sie nicht richtig schwimmen können.

Auch Gideon litt. „Ich wurde oft geschlagen. Ich bettelte, zurück zu meiner Mutter zu dürfen. Doch der Mann, der mich entführt hatte, sagte, sie sei tot. Es gäbe kein zu Hause mehr“, sagt Gideon. Auch sein siebenjähriger Bruder wurde zum Fischen gezwungen und Gideon musste zusehen, wie auch er geschlagen wurde.

Heute ist Gideon #frei

Wie es dazu kam

Elsa – #unfrei und gefangen im Sexhandel

Elsas Geschichte

Gerissene Schwindler belogen Elsa. Sie boten ihr ein Visum für einen gut bezahlten Job als Kindermädchen in Europa an. Für das Mädchen aus ärmsten Verhältnissen erschien es traumhaft. Um jedoch die Schulden für die Jobvermittlung zu begleichen, sollte sie einige Wochen in einer Bar arbeiten. Kurze Zeit später war Elsa versklavt und #unfrei. Jeden Tag wurde sie von den Kunden der Bar sexuell missbraucht.

„Tag und Nacht musste ich tun, was von mir gefordert wurde, egal, ob ich wollte oder nicht. Die Männer nahmen mich mit auf ihr Hotelzimmer. Ich konnte nicht fliehen“, sagt Elsa. Der Schmerz in der Nacht verwandelte sich am Morgen in Scham. „Als ich aufwachte, fühlte ich mich müde. Ich war traurig, verängstigt und schämte mich zutiefst.“

Mit dem wenigen Geld, das sie erhielt, musste sie sich versorgen. Elsa zahlte für Essen und für jedes Glas Wasser in der Bar. Ihre Schulden konnte sie so nicht zurückzahlen. Sie glaubte den Lügen der Menschenhändler, weil für Elsa und viele arme Familien die Hoffnung auf ein sicheres Einkommen existentiell ist.

Als Elsa 12 Jahre alt war, starb ihr Vater. Ihre Mutter verließ die Kinder. Als Älteste übernahm Elsa die Verantwortung für ihre Geschwister. Die Aussicht nach ihrem Schulabschluss als Kindermädchen in Europa zu arbeiten, gab ihr Hoffnung ihre Familie noch besser zu unterstützen. Je mehr Wochen Elsa jedoch in der Bar gefangen war, desto mehr zerschlug sich diese Hoffnung.

Heute ist Elsa #frei

Wie es dazu kam